Hafenstube und Hafen-Herstellung (um 1900)

Die Herstellung der Tonhäfen geschah mehrheitlich in der Glashütte selber. Man beachte auf dem Bild die Grösse des Raumes und der Tontiegel. Auch brauchte es eine grosse Anzahl von Keramikgefässen, da ein Hafen nach 20 bis 30 Schmelzvorgängen verbraucht war.

Als einziges unübertroffenes Tiegelmaterial kam nur der feuerfeste, echte "Glashäfenton" in Betracht. Dieser bestand aus 40 Gewichtsteilen Tonerde, 46 Gewichtsteilen Kieselsäure und 14 Gewichtsteilen Wasser. Der Schmelzpunkt der besten Tonhäfen lag zwischen 1800 und 1850 Grad Celsius. Zum Glasschmelzen braucht es Temperaturen von 1300 bis 1500 Grad Celsius. Auch hatte der Ton die beste chemische Widerstandsfähigkeit gegenüber den Inhaltsstoffen des Glases, welche beim Schmelzen freigesetzt wurden. Der Hafen wurde nicht auf der Töpferscheibe gedreht, sondern die flüssige Tonmasse wurde in den Hohlraum zwischen 2 Gipsschalen gegossen. Danach mussten die frischen Tontöpfe über mehrere Monate langsam getrocknet werden. Dies geschah in einer gleichmässig temperierten Halle, der Häfenstube.  In einem Hafen konnten 300 bis 400 kg Glasmasse geschmolzen werden. Dafür brauchte es rund 3 Tonnen Kohle. Wenn der Tontiegel nach 20 bis 30 Schmelzvorgängen verbraucht war, konnten die Tonabfälle für die Herstellung der Hafenöfen verwendet werden.

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